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Was ist TR?

Hintergrundgeschichte

Die Kinder der AFS

Sie sind praktisch seit Beginn des Krieges in meiner Obhut. Ich litt unter einer Kriegsneurose und war genauso fertig wie alle anderen, als man mich ins Hauptquartier beorderte und dem Projekt KAFS zuwies. Mein altes Leben gab es nicht mehr. Mein Zuhause, mein Klassenzimmer, meine Tochter - ich hatte alles verloren. Aber ich war eine der “glücklichen” Überlebenden. Nachdem meine Laserverbrennungen nach mehreren Wochen Behandlung im Lazarett verheilt waren, wurde ich durch eines dieser Wurmlöcher geschickt und gelangte so nach Foreas. Dann hat man mir eine Waffe in die Hand gedrückt und mich in die Grundausbildung geschickt. Ich war total fehl am Platz. Körperlich war ich zwar fit genug, um die Ausdauertests zu überstehen, aber das war’s dann auch schon. Ich hätte einen Holzrücken auf einen halben Meter mit einer Schrotflinte verfehlt - jedes Mal, wenn ich Waffenfeuer hörte, fuhr ich vor Schreck zusammen. Auf Manövern konnte ich nicht aufhören zu schlottern und bereits nach meiner ersten Woche war klar, dass ich nicht für den Dienst an der Front geeignet war. Um ganz ehrlich zu sein, war mir das sogar ganz recht. Trotzdem wollte ich meinen Beitrag in diesem Krieg leisten. Zu meinem Glück schien es aber noch andere Möglichkeiten zu geben, wie ich die AFS unterstützen konnte. Damals konnte ich mir allerdings überhaupt nicht vorstellen, wie mein neues Leben einmal aussehen würde.

Ein paar Tage nach meiner Entlassung aus der Grundausbildung wurde ich zu General Wilkes gerufen. Als ich in der notdürftigen Kommandozentrale in Alia Das ankam, sah sie sich gerade meine Personalakte an.

“Hier steht, dass Sie auf der Erde Mutter und Lehrerin waren.”

“Ja, Ma’am”, antwortete ich, und zuckte beim Gedanken an meine Vergangenheit zusammen. Ich musste an den Verlust meiner eigenen Tochter denken, die im gleichen Gebäude gerade in ihrer Kindergartengruppe war. Ich verlor alle Kinder, die in meiner Obhut waren. Außer mir hat niemand in dem Gebäude den Angriff überlebt ... die seelischen Wunden, die diese Ereignisse hinterlassen hatten, waren noch lange nicht verheilt.

Sie muss gemerkt haben, dass mir nicht ganz wohl in meiner Haut war, weil sie mich kurz anlächelte, bevor sie weitersprach. Es war ein warmes Lächeln, das inmitten dieses Krieges fast fehl am Platz zu sein schien. Es verflog allerdings genauso schnell wie es gekommen war und wich einem ernsten Starren, das mir wie eine Aufforderung vorkam, mich wieder zusammenzureißen.

Sie fuhr fort: “Wenn man Ihrem Ausbilder glauben schenken darf, täten wir den Bane einen Gefallen, wenn wir Sie an die Front schickten. Deshalb schlug er vor, dass wir für Sie ein anderes Betätigungsfeld suchen ... Und ich glaube, wir haben es gefunden.”

Sie gab mir meine Befehle und sagte mir, dass ich meine Sachen packen und mit dem nächsten Shuttle zur Foreas-Basis fliegen sollte. Den Abflug hätte ich fast verpasst, und als ich schließlich in der Foreas-Basis ankam, hat mich der dortige Sergeant so schnell von der Landefläche geschickt, dass ich noch nicht einmal Zeit hatte, meine Befehle zu Ende zu lesen.

“Gott sei Dank, dass Sie hier sind.” rief sie erleichtert. “Ich weiß nicht, wie lange die Männer noch durchgehalten hätten. Sie waren auf so eine Aufgabe einfach nicht vorbereitet. Hoffentlich haben Sie mehr Glück.”

Bevor ich antworten konnte, bogen wir um eine Ecke der Basis, wo drei ziemlich mitgenommene Soldaten versuchten, eine kleine Gruppe Kinder zum Stillsitzen zu bringen. Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen. Seit dem Angriff der Bane hatte ich nicht ein einziges Kind gesehen. Ich war mir nicht einmal sicher, ob überhaupt welche überlebt hatten. Und jetzt fand ich mich auf einmal einem halben Dutzend gegenüber - alle unterschiedlichen Alters und mehr als lebendig. Die Freude überkam mich. Ich ging auf sie zu, fiel auf die Knie und rief sie zu mir. Ich wollte sie einfach nur an mich drücken und öffnete weit die Arme - sie nahmen meine Einladung mit Freuden an. Hinter mir hörte ich die Erklärungen des Sergeants: Unsere Anführer waren endlich zu dem Entschluss gekommen, dass wir die Kinder aus ihren Verstecken holen und in die Basis bringen mussten. Sie erklärte weiter, dass nach langen Debatten entschieden worden war, dass die größten, stärker befestigten Basen der sicherste Ort für unsere Kinder seien. Also wurden Vorkehrungen getroffen, um sie aus den verschiedenen “Sicherheitszonen”, in denen sie bisher versteckt worden waren, hierher zu bringen. Sie sagte auch, dass im Verlauf der nächsten Wochen noch weitere Kinder eintreffen würden.

Und so wurde das Projekt KAFS (Kinder der AFS) ins Leben gerufen. Ich wurde damit beauftragt, das Projekt zu leiten und mich um die Betreuung und Erziehung der Kinder zu kümmern. Jedes der Kinder, die nach und nach in der Foreas-Basis eintrafen, hatte einen wahren Albtraum überlebt. Manche von ihnen kamen in Begleitung eines Elternteils und blieben in meiner Obhut, während ihre Mütter oder Väter an der Front gegen die Bane kämpften. Doch die meisten Kinder hatte der Angriff der Bane zu Waisen gemacht. Nach ein paar Monaten sollten mir ein paar Leute zur Seite gestellt werden, um mich zu unterstützen, aber in dem Augenblick, als ich die Kinder aus meiner Umarmung entließ, waren mir alle Einzelheiten egal. Das einzige was zählte war ihr Lächeln, ihr Lachen und die Hoffnung, die nun mein Herz erfüllte. Nach allem, was sie gesehen hatten, nach den furchtbaren Dingen, die sie erlebt hatten, konnten sie immer noch unbeschwert lachen und spielen. In diesem Augenblick wusste ich, dass es Hoffnung für uns gab.