Kampfausbildung
Anleitungen
1. Februar 2008, 11:49 Verfasst von Avatea
Das Charakter-Klonsystem
Von Paul Sage
Lead Designer
Ich schätze, wir alle hatten bereits einmal so viel zu tun, dass wir uns am liebsten selbst geklont hätten. Je mehr wir uns dem Veröffentlichungstermin von Tabula Rasa nähern, desto lieber wäre es mir, wenn ich ein paar Mitglieder unseres Entwicklerteams klonen könnte. Um diese Art des Klonens geht es aber heute nicht. Auch wenn die Mikrobiologen in Tabula Rasa einen temporären Klon erschaffen können, der sie im Kampf unterstützt, so geht es beim Charakter-Klonsystem um etwas ganz anderes. Wir wollen Spielern die Möglichkeit geben, den Fortschritt eines Charakters zu speichern, um dann mit neuen Klassen und Builds experimentieren zu können, ohne im Spiel wieder ganz von vorne anfangen zu müssen.
Das Klonsystem ist also eine Art “Lebensversicherung”, die verhindern soll, dass Spieler eine wichtige Entscheidung später bereuen müssen. Spieler können so viel relaxter an die Wahl einer neuen Klasse herangehen, da sie durch den Klon mehr als nur einen Plan B parat haben. Die daraus folgende größere Freiheit bei der Wahl neuer Klassen und Builds sollte die Experimentierfreudigkeit der Spieler deutlich steigern. Dieser Gedankengang hat mich während der gesamten Arbeit am Klonsystem begleitet, und ich hoffe, dass das Endergebnis die beabsichtigte Wirkung zeigen wird: Spieler zu ermutigen, etwas Neues zu auszuprobieren.
In der frühen Entwicklungsphase habe ich zunächst darüber nachgedacht, was mich an den meisten MMOs störte. Dabei merkte ich, dass ich vor allem das Gefühl hatte, dass ich nicht einfach rausgehen und etwas anderes machen konnte. Ich wollte die Möglichkeit haben, meine Charaktere in eine andere Richtung zu entwickeln. Das ist es eigentlich, was mir am Klonsystem am besten gefällt: Ich kann etwas Neues ausprobieren, ohne wieder ganz von vorne anfangen zu müssen. Natürlich birgt ein uneingeschränktes Klon-System, wie wir es zunächst hatten, die Gefahr von Exploits. Um dem entgegenzuwirken, haben wir neben einem Klon-Limit außerdem die Möglichkeit einer Respec implementiert, sodass Spieler zum Zeitpunkt der Erstellung eines Klons nicht nur ihren Fortschritt speichern, sondern dazu auch noch mit ihrem Charakter experimentieren und ihn vollkommen persönlich gestalten können.
Wie ich bereits erwähnte, hatten wir zu Beginn ein uneingeschränktes Klonsystem. Spieler konnten ihren Charakter praktisch jederzeit klonen. Das führte zu Exploits, die wir beseitigen mussten: Was passierte, war, dass Spieler ihren Charakter vor einer extrem wichtigen Mission klonten, und diese Mission dadurch mehrmals spielen konnten. (Obwohl wir natürlich den Einfallsreichtum unserer Spieler anerkennen, war diese Vorgehensweise nicht im Sinne des Erfinders!) Also haben wir uns dazu entschieden, das Klonen im Spiel zu regulieren. Im Augenblick erhalten Spieler einen Klon-Credit, wenn sie einen neuen Militärrang erreichen (also einen Level, auf dem sie eine neue Klasse wählen können). Wir dachten uns: “Das ist ein wirklich wichtiger Zeitpunkt im Spiel. Hier sollte man seinen Charakter klonen können.” Daneben haben Spieler außerdem die Möglichkeit, sich weitere Klon-Credits zu verdienen - zum Beispiel durch das Abschließen bestimmter Missionen.
Außerdem gefällt mir am Klonsystem, wie gut es unser Klassensystem ergänzt. Beides hat sich in Tabula Rasa kontinuierlich zusammen weiterentwickelt. Wir wollten Spielern von Beginn an eine angemessene Menge an Wahlmöglichkeiten geben. Es ist doch so, dass man jedes Mal, wenn man etwas Neues versucht, zunächst nicht genug Informationen hat, um sicher zu wissen, ob man seine Entscheidung nachher nicht bereuen wird. Erst dann, wenn man eine Zeitlang gespielt hat und die Folgen seiner Entscheidung tatsächlich erlebt, weiß man wirklich, ob es sich gut anfühlt. Und wenn man plötzlich merkt, dass man sich geirrt hat, tut es einfach gut zu wissen, dass man nochmal einen Schritt zurückgehen kann. In diesem Sinne unterstützt das Klonsystem unser Klassensystem wirklich ausgezeichnet, obwohl es auch natürlich gut zu anderen Klassensystemen passen würde.
Bis jetzt ist das Klonsystem bei den Spielern jedenfalls sehr gut angekommen, da es ihnen mehr Freiheit und größere Wahlmöglichkeiten gibt. Und im Augenblick gibt es niemanden, der außer uns ein solches System anbietet. Wir reden innerhalb des Teams oft darüber, was Tabula Rasa einzigartig macht, und welches Feature es von den anderen Spielen abheben wird, die es bereits vorher gab. Ich glaube, dass das Klonsystem eines dieser Features ist. Es freut mich wirklich sehr, dass es den Spielern großen Spaß zu machen scheint, ein sinnvolles Respec-System zu haben, das ihnen ein völlig neues MMO-Spielerlebnis ermöglicht. Das Klonsystem befreit Tabula Rasa von einigen Zwängen im Hinblick auf die Charakterwahl und ermöglicht es Spielern, sich auf das zu konzentrieren, worauf es wirklich ankommt - den Spaß am Spiel.







